Schrift

Das geistliche Wort


15. Sonntag nach Trinitatis, 24. September 2017
Von Pfr. Stephan Tischendorf

Gott, der wahre Sorgenfresser oder:
Der ferne und der nahe Gott

Alle Eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für Euch. (1. Petrusbrief 5, 7)

Was macht man mit Sachen, die einem eine Nummer zu groß werden? Die man nicht mehr beherrschen kann – die einen beherrschen? Richtig, man versucht, sie loszuwerden. Im Fall von Sorgen und Nöten ist das manchmal echt schwer. Immer wieder kommen die Gedanken daran auf, piesacken einen, wenn man denkt, man hätte es für einen Moment verdrängt.
Da hilft nur eins: Fort damit, so weit wie möglich! Und wir haben Glück: Bei Gott sind unsere Sorgen gut aufgehoben. Gut, dass Gott uns so fern und ein Gegenüber ist!

Paradox ist: Der gleiche Gott, der uns so ferne scheint, benutzt die Sorgen, die ihm „zugeworfen“ werden, um den Menschen nahe zu kommen. Unsere Sorgen scheinen ihm Ansporn zu sein, für uns zu sorgen. Und diese Erfahrung wiederum ist vielfach erzählt: Dass Gott gerade im Moment der großen Sorge und Not da ist; dass er die Stoßgebete derer hört, die sonst nie beten; dass Leute, die sonst keinen Anlass zu glauben haben, in existentieller Bedrängnis spüren, dass mehr zwischen Himmel und Erde existiert, als zu sehen ist.

Der ferne und der nahe Gott – das ist wie beim Sorgenfresser aus Plüsch: Sorge rein in den Mund, Reißverschluss zu, ans Herz drücken. Die Sorge ist verschwunden und irgendwie wärmt es auch. Einziger Unterschied: Bei Gott funktioniert´s wirklich. Glauben Sie nicht? Probieren Sie es aus!


Pfr. Stephan Tischendorf
Ev.-Luth. Christuskirchgemeinde Plauen
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